Ein industrielles Schmierfett ist ein halbfestes oder halbflüssiges Produkt, das aus drei Hauptkomponenten besteht: Grundöl, Verdickungsmittel und Additive. Das Grundöl übernimmt die primäre Schmierfunktion, während das Verdickungsmittel die Aufgabe hat, das Öl zu binden und so die Konsistenz des Produkts zu bestimmen.
Additive dienen hingegen dazu, die Verschleißfestigkeit, die Oxidationsstabilität und den Korrosionsschutz zu verbessern. Bei vielen gängigen Anwendungen der Klasse NLGI 2 liegt die Viskosität des Grundöls bei 40 °C häufig zwischen 200 und 220 cSt, was ein optimales Gleichgewicht zwischen Schmierfilmschutz und Pumpbarkeit gewährleistet.
Auch die Art des Verdickungsmittels ist entscheidend, da Lithiumfett und komplexes Lithiumfett unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich mechanischer Stabilität und Hochtemperaturbeständigkeit aufweisen.
Wenn man ein technisches Datenblatt richtig interpretieren kann, lässt sich die NLGI-Konsistenz anhand des bearbeiteten Penetrationswerts beurteilen. Ein Produkt der Klasse NLGI 2, das in Werkstätten zu den am häufigsten verwendeten gehört, weist in der Regel einen Penetrationswert zwischen 265 und 295 auf – ein Wert, der sich direkt auf die Verteilbarkeit des Fetts und auf die erforderliche Pumpendruckleistung auswirkt.
Ein zweiter zentraler Parameter ist die auf das Grundöl bezogene Viskosität des Schmierfetts, die entscheidend ist, um das Verhalten bei niedrigen Temperaturen zu verstehen und das Ausmaß der Druckverluste vorherzusagen. Der Tropfpunkt wird häufig als Referenzwert für die Qualitätskontrolle angegeben, obwohl er nicht mit der tatsächlichen maximalen Betriebstemperatur übereinstimmt. Schließlich sind Parameter wie Korrosionsschutz und Fettverträglichkeit von entscheidender Bedeutung, wobei zu beachten ist, dass scheinbar ähnliche Produkte unterschiedlich reagieren können, wenn sie miteinander vermischt werden.
In technischer Hinsicht basiert die Klassifizierung von Schmierfetten auf internationalen Normen wie NLGI, DIN 51502 und ISO 6743-9. Die Norm DIN 51502 ist besonders hilfreich, um die richtige Anwendung und das Verhalten der Schmierstoffe in der Praxis zu interpretieren. Einer der kritischsten Aspekte betrifft die Kompatibilität von Fetten, da das unkontrollierte Mischen verschiedener Produkte zu Konsistenzschwankungen, Ölabscheidung und Systemstörungen führen kann.
Neben der chemischen Verträglichkeit muss auch die Verträglichkeit mit den Anlagenmaterialien überprüft werden. Dichtungen, Schläuche und Dichtungsringe müssen mit der Zusammensetzung des Schmiermittels kompatibel sein, insbesondere in Hochdrucksystemen, in denen die Wahl der Komponenten direkten Einfluss auf die Sicherheit der gesamten Anlage hat.
Fett ist von Natur aus schwieriger zu fördern als Öl, da seine Konsistenz einen hohen Druckabfall verursacht, insbesondere bei langen Leitungen oder niedrigen Temperaturen. Aus diesem Grund muss die Auswahl der Pumpsysteme von den physikalischen Eigenschaften des Produkts ausgehen. In vielen professionellen Anwendungsbereichen werden pneumatische Fettpumpen mit hohen Druckverhältnissen wie 50:1 oder 80:1 eingesetzt. So eignet sich beispielsweise eine Pumpe mit einem Druckverhältnis von 80:1 für Fässer zwischen 180 und 220 kg ideal für die Verteilung über ein Netz mit mehreren gleichzeitigen Verbrauchern.
Auf der Grundlage dieser Variablen lassen sich komplette Systeme für die Schmierfettverteilung konfigurieren, die Folgendes umfassen können:
- pneumatische Fettpumpen
- Handpumpen
- Steuerungssatz
- Zapfpistolen
- Schlauchaufroller
- Zubehör für Pumpensysteme
Diese Komponenten müssen anhand der NLGI-Klasse und der Viskosität ausgewählt werden: Das Verständnis der technischen Parameter des Schmierfetts trägt dazu bei, Anlagenstillstände zu reduzieren, die Betriebskontinuität zu verbessern und Geräte einzusetzen, die langfristig eine zuverlässige Leistung gewährleisten.





